Wie im letzten Bericht bereits erwähnt, erwarteten uns nach dem heftigen Auftaktprogramm im Mittelteil der BFL-Saison drei Gegner auf ungefährer Augenhöhe. Die erhoffte Verbesserung der Bilanz trat allerdings nicht ein.
Enttäuschungen und Lichtblick
Los ging's im neuen Jahr mit dem Heimspiel gegen die SG Weißensee. Da hieß es am Ende "knapp daneben ist auch vorbei" — einem Sieg von Gero standen Niederlagen an den Brettern zwei und vier gegenüber, und ich selbst konnte zwar mit etwas Glück ein Remis retten, aber eben nicht den Mannschaftspunkt.
Der nächste Versuch bei NARVA begann aufgrund einer kurzfristigen Absage schon vor dem ersten Zug wenig verheißungsvoll, und danach wurde es nicht besser: Der Autor dieser Zeilen war nicht in der Lage, gegen die etwas dubiose Eröffnungswahl seines Gegners einen Vorteil herauszuholen, ließ sich anschließend die Bauernstruktur ruinieren und verlor am Ende wie gewohnt ein remises Turmendspiel. Als kurze Zeit später an Brett zwei in beiderseitiger Zeitnot unser Blättchen zuerst fiel, war die Begegnung dann auch schon entschieden. Immerhin tat Geros Gegner uns anschließend den Gefallen, seine Gewinnstellung in ein Remis abzutauschen, sodass wir wenigstens nicht mit null Brettpunkten nach Hause fahren mussten. Trotzdem stellte diese fünfte Runde sicherlich den bisherigen Tiefpunkt unserer Saison dar.
Nach einer vierwöchigen Verschnaufpause ging es dann wieder zu Hause gegen den TSV Mariendorf. Diesmal war meine Partie ausnahmsweise schnell beendet, nachdem mein Gegner demonstriert hatte, wie man durch Vernachlässigung der Entwicklung auch mit ausgeglichenem Material in eine Verluststellung geraten kann. Dadurch hatte ich viel Zeit, die anderen Bretter zu studieren. Was ich dort sah, gab Anlass zur Sorge: An Brett eins hatte Jan ohne erkennbare Kompensation eine Qualität abgeben müssen, und Falkos Stellung auf Brett drei machte einen recht wackligen Eindruck. Dann passierte allerdings Erstaunliches. Zunächst verzichtete Jans Gegner großzügig darauf, eine zweite Qualität mitzunehmen, musste anschließend die bereits gewonnene zurückgeben und hatte im resultierenden Endspiel keine Gewinnchancen mehr. Unterdessen hatte sich Falko angesichts seiner Probleme auf dem Brett und der Uhr für einen Kamikaze-Angriff mit doppeltem Figurenopfer entschieden, der einer Engine-Überprüfung kaum standhalten dürfte, aber am Ende den vollen Punkt brachte, weil sein Gegner auf der Suche nach dem spektakulärstmöglichen Gewinn eine Kleinigkeit übersehen hatte. Nachdem sich schließlich Geros Gegner dazu entschloss, sein Endspiel mit vier Mehrbauern remis zu geben, weil er "nach Hause wollte", hatten wir einen auf dem Papier sehr überzeugenden Mannschaftssieg eingefahren.
Zwischenfazit und Vorschau
Trotz des Erfolgserlebnisses am Ende haben wir für meinen Geschmack in dieser Phase der Saison zu wenig gepunktet. Wir sind aber mit jetzt immerhin vier Mannschaftspunkten auf einem guten Weg, unser erklärtes Ziel, in dieser starken Staffel nicht Letzter zu werden, zu erreichen. Ob uns das gelungen ist und wie wir uns gegen die restlichen Gegner geschlagen haben, wird zum Saisonende an dieser Stelle zu lesen sein.

