Fünf Spiele, fünf Siege – die TSG Oberschöneweide ist derzeit kaum zu bremsen. Nach der einzigen Niederlage zum Saisonauftakt hat die Mannschaft eindrucksvoll zurück in die Spur gefunden und zuletzt das fünfte Spiel in Serie gewonnen. Mit dieser Erfolgsserie steht die TSG nun nur noch einen Punkt hinter dem Tabellenführer SSV Rotation – ausgerechnet dem nächsten Gegner.

Und damit ist es passiert. Still und leise, fast unbemerkt, hat es sich in den Tabellenkeller geschlichen und ist inzwischen bis ganz nach oben geklettert: das Aufstiegsgespenst.
Vor der aktuellen Runde lag (laut Ligaorakel) die rechnerische Aufstiegswahrscheinlichkeit noch bei nüchternen 1,8 %. Ein Wert, bei dem man normalerweise schmunzelt, abwinkt und schnell wieder vergisst. Doch offenbar hat genau dieses Schmunzeln das Gespenst angelockt. Mit jedem Sieg wurde es ein wenig deutlicher sichtbar – erst ein Schatten, dann ein Rascheln, inzwischen ein deutliches Klopfen an der Tür.
Natürlich bleibt der Blick im Schach traditionell nüchtern: Zug um Zug, Brett für Brett. Doch wenn man nach fünf Siegen in Folge plötzlich ganz oben mitmischt, darf man zumindest kurz hinschauen. Und vielleicht auch einmal lächeln, wenn irgendwo zwischen den Figuren ein kleines, schelmisches Gespenst auftaucht und flüstert: „Was wäre, wenn …?“
Die nächste Runde gegen den Tabellenführer wird zeigen, ob das Aufstiegsgespenst nur kurz vorbeischaut – oder ob es sich vielleicht doch ein wenig häuslicher einrichten möchte.
Eines ist jedenfalls sicher: Langweilig wird es in dieser Saison nicht mehr.

